Dein Akku bläht sich auf? Das kannst du dagegen tun!

Erst einmal vorweg: Akkus gelten im Normalfall als relativ robust und langlebig. Ein Akku bläht sich also nicht einfach auf, weil dein Handy mal runtergefallen ist. Das gilt sowohl für Originale als auch für Ersatzakkus, die du für eine Reparatur verwendest. Eine falsche Handhabung des Akkus kann jedoch zu Problemen führen. Dabei bedarf es nur weniger Tipps zur richtigen Pflege des Akkus. Doch wann und warum bläht sich ein Akku auf?

Chemische Prozesse im Inneren des Akkus

In Smartphones ist meist ein Lithium-Ionen-Akku verbaut. Chemische Prozesse im Inneren des Akkus erzeugen Spannung, die wiederum das Gerät mit Strom versorgt. Wenn du dein Handy auflädst, wird elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt. Ist dein Smartphone in Benutzung, kehrt sich dieser Prozess um: Aus chemischer Energie wird elektrische Energie. Diese versorgt dein Gerät.

Dieser Vorgang ist durch die Nutzung, aber auch durch die Selbstentladung eines Akkus, ständig im Gange. Und da nichts auf dieser Welt ohne Fehler ist, können auch diese chemischen Prozesse durch diverse Einflüsse gestört werden. So kann sich beispielsweise im Inneren des Akkus Gas bilden, das sich ausdehnen möchte. Da dies im begrenzten Platz eines Akkus nur schwer geht, staut sich das Gas und baut Druck auf. Dieser Druck führt letztlich zu einem sichtbaren Ergebnis: Der Akku bläht sich auf.

Akku im Normalzustand
So sollte ein Akku aussehen – am Beispiel vom iPhone XS.
Akku bläht sich auf im iPhone 5C
Hier ist der Akku aufgebläht, wie ein Kissen – am Beispiel vom iPhone 5C.

Was sind die Ursachen für das Aufblähen des Akkus?

Hat sich dein Akku aufgebläht, hat dies erstmal nichts mit der Qualität des Bauteils zu tun. Das Phänomen tritt auch bei Originalteilen auf. Nicht umsonst endet die Herstellergarantie auf Akkus beim Kauf eines neuen Smartphones bereits nach sechs Monaten. Es gibt einige Ursachen, wieso sich das Bauteil mit Gas füllen und dadurch aufblähen kann.

  • Falsches Laden (Überladung, falsches oder minderwertiges Netzteil)
  • Falsches Verbauen (z. B. zu nah an der Platine)
  • Kurzschluss
  • Tiefenentladung
  • Feuchtigkeit oder extreme Temperaturschwankungen
  • Akku ist defekt

Woran bemerkst du, dass dein Akku defekt ist?

Ein Akku bläht sich nicht von jetzt auf gleich auf. Wenn der Akku durch Gasbildung im Inneren dicker wird, drückt er andere Komponenten weg. Achte deshalb auf folgende Warnsignale:

  1. Die Akkuleistung wird merklich schlechter.
  2. Du bemerkst einen leichten Gasgeruch.
  3. Dein Gerät wird extrem heiß.
  4. Dein Display hat helle Stellen oder Flecken, weil der Akku von Innen aufs LCD drückt
  5. Der Bildschirm oder die Rückseite wird herausgedrückt.

Was kannst du tun, wenn dein Akku schon aufgebläht ist?

Sobald du bemerkst, dass dein Akku sich aufgebläht hat: Verwende dein Gerät nicht mehr! Schalte es aus und lade es nicht mehr.

Passiert dir das innerhalb deiner Garantiefrist, wende dich direkt an den Hersteller. Ist deine Garantie schon verfallen, sollte der aufgeblähte Akku so schnell wie möglich aus dem Gerät entfernt werden. Wenn du dir das zutraust, kannst du den Ausbau selbst übernehmen. In unseren Anleitungen geben wir dir eine Einschätzung, wie schwierig die Reparatur ist. Bist du dir unsicher, bringe dein defektes Smartphone am besten in eine Reparaturwerkstatt.

Der defekte Akku sollte fachgerecht entsorgt werden. Also bitte nicht im Hausmüll! Bringe ihn am besten zu einem Recyclinghof. Da Gas aus dem Inneren des Akkus austreten könnte, kann man nicht ausschließen, dass der Akku explodiert. Dies ist zwar unwahrscheinlich, die Gefahr besteht dennoch. Bewahre den Akku bis zur Entsorgung daher am besten in einer mit Sand gefüllten Box auf. Lege den Akku auf keinen Fall in Wasser! Wasser reagiert mit dem Lithium im Akku, was die Gefahr einer Explosion sogar noch erhöht.

Was kannst du tun, damit dein Akku nicht kaputt geht? 

Wenn du sorgsam mit deinem Smartphone umgehst, brauchst du dir keine Sorgen um einen aufgeblähten Akku zu machen. Einige Tipps zur optimalen Akkunutzung findest du in einem früheren Blog-Beitrag . Die wichtigsten Hinweise, die du präventiv beachten solltest, haben wir dir kurz zusammengefasst:

Du lagerst dein Handy?

Ein Smartphone zu lagern, bietet seine Tücken. Akkus entladen sich auch im ausgeschalteten Zustand. Lagerst du deine Geräte sehr lange, können sie sich also tiefenentladen. Eine Tiefenentladung kann wiederum zu einer Gasbildung im Akku führen. Um das zu vermeiden, solltest du dein gelagertes Handy in regelmäßigen Abständen an den Strom stecken und es so bei einer Akkuladung von 30 – 80% Prozent halten.

Wir raten dir außerdem, deine angesammelten Altgeräte einmal durchzugehen: Möchtest du diese wirklich noch nutzen? Wenn nicht, verkaufe oder verschenke sie. Ist ein Handy nicht mehr zu gebrauchen, lasse es nicht unnötig lange in der Schublade liegen. Gib es direkt zum Recycling.

Du möchtest den Akku tauschen?

Spare nicht am falschen Ende, wenn du ein Ersatzteil kaufst. Akkus höherer Qualitätsstufen haben Sicherheitsfunktionen verbaut, die den Akku auch bei falschem Umgang schützen können. So gibt es beispielsweise eine Abschaltautomatik, die die Energiezufuhr stoppt und den Akku somit vor Überladung schützt. Auch können Akkus mit einer Sollbruchstelle versehen sein, die bei Überhitzung den Druck aus dem Inneren leitet. So wird selbst bei einem aufgeblähten Akku eine Explosion nahezu unmöglich. Bei sehr günstigen Akkus wurde gegebenenfalls auf solche Sicherheitsvorkehrungen verzichtet, um die Produktionskosten gering zu halten.

Ein qualitativ hochwertiger Akku ist zwar kein Garant dafür, dass dein Akku sich nicht aufbläht, aber du verminderst das Risiko. Schon allein dies ist Grund genug für uns, in unserem Produktangebot nur auf Akkus der besten verfügbaren Qualitätsstufe zu setzen.