Alte Handys entsorgen: Wie & Warum?

Heute ist der Welt-Recycling-Tag. Grund genug für uns, dass wir uns einmal darüber Gedanken machen, was mit Handys passiert, die nicht mehr repariert werden können. Lies hier, wie du alte Handys entsorgen kannst und warum du das überhaupt machen solltest.

Gehörst du auch zu den Leuten, die ihre alten Smartphones in Schubladen horten? Dann geht es dir so wie vielen anderen. Laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom schlummern ungefähr 124 Millionen Handys und Tablets in deutschen Wohnungen. Vielen ist nicht bewusst, wie viel Gutes sie der Umwelt tun könnten, wenn sie ihre alten Handys richtig entsorgen würden. Denn Smartphones bestehen aus zahlreichen Materialien, unter anderem Edelmetallen und Seltenen Erden. Diese werden unter immensen Umweltschäden und teilweise menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen.

Wie hilft das Recycling von alten Smartphones der Umwelt?

Der Begriff Recycling ist als Wiederverwertung von Abfallprodukten und deren Ausgangsmaterialien definiert. Nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft können durch die fachgerechte Entsorgung wertvolle Ressourcen wiedergewonnen und für die Herstellung neuer Geräte genutzt werden.

Handys und Tablets gelten als Elektroschrott, du darfst sie deshalb nicht einfach über den Hausmüll entsorgen. Dies wird in Deutschland durch das Elektro- und Elektronikgesetz, kurz ElektroG, geregelt. Es soll Umwelt und Gesundheit schützen und natürliche Ressourcen schonen. Wenn du dein altes Handy über den Hausmüll entsorgst, kommen Schadstoffe wie Blei, Arsen und Kadmium in die Tonne. Beim Recycling werden diese giftigen Bestandteile fachgerecht entsorgt. Gleichzeitig können wertvolle Materialien wie Gold und Kupfer gewonnen und für die Herstellung neuer Geräte genutzt werden. Das bedeutet also, dass weniger Rohstoffe abgebaut werden müssen. Und das kommt nicht nur der Umwelt zugute. Auch sozial gesehen, ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Denn um Rohstoffe zu gewinnen, schuften die Arbeiter, teilweise auch Kinder, unter lebensbedrohlichen Bedingungen in Minen – meist für einen Hungerlohn.

Woraus besteht ein Smartphone eigentlich? 

Von Außen siehst du meist Glas, Metall und Plastikelemente. Auch Keramik ist eine beliebte Komponente, beispielsweise für Rückseiten. Wenn du dein Handy schon einmal geöffnet hast, kannst du ungefähr erahnen, was sich im Inneren verbirgt. Auf der Platine sitzen viele Chips und Leiterbahnen, die unter anderem aus Kupfer, Silber und Gold bestehen. Im Akku steckt Kobalt, in der Hintergrundbeleuchtung des Displays findet sich Gallium. Monda hat dazu eine interessante Aufstellung der verwendeten Metalle im Handy gemacht und zeigt auf, wo diese Rohstoffe überhaupt zu finden sind. 

Was kannst du mit deinen alten Handys tun?

Hast du auch noch einige alte Handys bei dir Zuhause zu liegen? Dann wird es höchste Zeit, diese einmal zu prüfen und zu entscheiden: Gibst du deinen Altgeräten ein zweites Leben oder entsorgst du diese?

Mit unserer Grafik fällt dir die Entscheidung hoffentlich leichter.

Indem du dein Handy reparierst und dann verschenkst oder verkaufst, verlängerst du die Lebensdauer – das schont Umwelt und Mensch. Es gibt auch viele Möglichkeiten, dein Handy zu spenden. Viele Hersteller oder Netzbetreiber wie die Telekom bieten Handy-Sammelboxen an, sodass du diverse Anlaufstellen hast.

Auch wir haben eine Box bei uns im Büro aufgestellt. Du kannst uns also gern deine alten Handys schicken, die wir für dich in die Box werfen. Entferne vorher am besten die SIM- und Speicherkarte aus deinem Handy und lösche deine Daten. Ist die Box voll, schicken wir sie zurück an das Handysammelcenter. Dort werden die Handys weiter bearbeitet. Für jedes gesammelte Smartphone wird Geld für das Affenschutzprogramm von Pro Wildlife gespendet. So kannst du mit deinen Altgeräten sogar doppelt Gutes tun.

Was passiert mit deinem Handy, wenn du es an eine Sammelstelle gibst?

Gibst du dein altes Smartphone an eine Sammelstelle, wird es erfasst und überprüft. Etwa 10 Prozent der Handys können weiter genutzt werden. Sie werden aufbereitet – das heißt, die Daten werden komplett gelöscht und kaputte Teile werden ausgetauscht. Danach gelangen diese Geräte in den Weiterverkauf.

Die restlichen 90 Prozent der abgegebenen Handys, können nicht weiter genutzt werden. Sie werden fach- und umweltgerecht recycelt. Dazu werden die Akkus aus den Geräten genommen. Im nächsten Schritt werden die Smartphones mechanisch zerkleinert und die einzelnen Bestandteile sortiert. Um die wertvollen Metalle zu gewinnen, werden einige Teile, insbesondere die Leiterplatten, in einem Hochofen eingeschmolzen. Aus der Schmelze können die Metalle extrahiert und am Ende für die Produktion neuer Geräte wiederverwendet werden.

Die Telekom, die hinter der Aktion Handysammelcenter steckt, bietet im Video einen Blick hinter die Kulissen. Schau dir den Prozess einmal an: