Handy reinigen: In 6 Schritten zum keimfreien Smartphone

Nicht nur zu Zeiten von Corona und Grippe sollten wir auf unsere Hygiene achten, um es Krankheitserregern schwerer zu machen. Hände waschen und in die Armbeuge husten sind sinnvolle Tipps. Doch dabei vergessen wir oft eine der größten Bazillenquellen: Unser Smartphone, das immer und überall dabei ist, aber von vielen wahrscheinlich noch nie gesäubert wurde.

Aber wie reinigst du eigentlich dein Handy? In der Badewanne oder Spülmaschine wohl nicht. In diesem Artikel sagen wir dir, wie du dein Handy reinigen kannst und was du auf jeden Fall vermeiden solltest. Netter Nebeneffekt der Handyreinigung: Du schützt nicht nur dich selbst, sondern verbesserst zusätzlich Sprachqualität und Ton.

Ablauf – Handy reinigen in sechs Schritten

  1. Schalte dein Smartphone aus
  2. Besorge dir ein fusselfreies Tuch
  3. Sprühe Desinfektionsmittel oder Glasreiniger auf das Tuch
  4. Reinige alle glatten Oberflächen
  5. Säubere Öffnungen mit einem Zahnstocher
  6. Wiederhole die Handyreinigung regelmäßig!

1. Vorbereitung

Schalte dein Handy aus, um es zu reinigen, auch wenn es während der Reinigung nicht baden gehen wird. Falls empfindliche Teile feucht werden (nass sollte gar nichts werden, aber mehr dazu später), bist du auf der sicheren Seite, da kein Strom fließt. Außerdem lässt sich die Verschmutzung  besser erkennen, wenn der Bildschirm nicht leuchtet. Auch das Ladegerät muss entfernt werden. So kannst du auch die Ladebuchse reinigen. ´

2. Was brauchst du?

Nachdem dein Smartphone vom Strom getrennt ist, kannst du mit der Handyreinigung loslegen. Nur, womit? Apple empfiehlt ein weiches und fusselfreies Tuch. Das gilt auch für Geräte von anderen Herstellern. Man kann ein Mikrofaser- oder Brillentuch nehmen, oder eben spezielle Displayreinigungstücher. Du hast noch Glasreinigungstücher zuhause und möchtest das zum Säubern verwenden? Hier scheiden sich die Geister. Manche empfehlen sie für das Displayglas, andere wiederum befürchten Schäden durch die enthaltenen aggressiven Reinigungsmittel. Da es andere Optionen gibt, sind wir der Meinung, dass du damit kein Risiko eingehen solltest. Falls du es doch mit den Glasreinigungstüchern probieren möchtest, nutze es nur auf dem Displayglas. Kunststoff- und andere Komponenten könnten sonst dadurch beschädigt werden. Auch Papierhandtücher & Co. solltest du vermeiden, denn sie können Kratzer und Fasern hinterlassen.

3. Mikroben töten

Hier musst du dich entscheiden, ob du das Handy nur reinigen, sprich Fett, Fingerabdrücke usw. entfernen, oder es auch desinfizieren willst. Falls du dein Gerät noch nie einem Frühjahrsputz unterzogen hast, empfehlen wir eine Desinfektion. GIGA empfiehlt feuchte Desinfektionstücher, die auch für die Hände gedacht und in der Drogerie erhältlich sind, um die Oberflächen eures Handys zu schonen. Damit entfernt man die Keime, die, wie PC-SPEZIALIST berichtet, am Smartphone zahlreicher vertreten sein können, als in einem öffentlichen Klo. Laut Focus enthält jedes Sechste Smartphone auch Fäkalienspuren. Grund genug, immer mal wieder zum Desinfektionsmittel zu greifen! Das darfst du allerdings nur auf das Tuch sprühen und nicht auf das Gerät selbst.

Willst du lediglich ein paar Fingerabdrücke wegputzen, reicht das Tuch allein, gegebenenfalls mit etwas Wasser. Bitte nutze aber keine Seife oder Lauge, denn damit gefährdest du den Touchscreen. Wenn dir Wasser allein nicht ausreicht, gibt es genügend Produkte, die extra für die Displayreinigung gemacht sind. Etwas Weißweinessig im Wasser sorgt beispielsweise für ein besseres Ergebnis beim Reinigen deines Handys. Übrigens solltest du nach Möglichkeit destilliertes Wasser anstelle von Leitungswasser nehmen, um jegliche Ablagerungen zu vermeiden.

4. Handyreinigung. Wo fange ich an?

Starte mit der Reinigung des Displays. Die Verunreinigungen sind hier am sichtbarsten. Außerdem ist es auch die Fläche, die du am häufigsten berührst. Wenn das trockene Tuch nicht genug ist, benetze das Tuch mit etwas Desinfektionsmittel oder Wasser. Achtung: Es sollte feucht und nicht nass sein! Denn selbst ein kleiner Wassertropfen könnte ins Innere des Gerätes gelangen. Dein Handy ist schon mal baden gegangen? Dann weißt du aus Erfahrung, welche Schäden Flüssigkeiten innerhalb vom Gerät anrichten können (beim iPhone 7 sieht es anders aus, aber gehe hier lieber auf Nummer sicher).

Handy reinigen - Achte darauf, dass es nicht nass wird.

Beim Handy reinigen ist die Devise: Nass, nicht feucht! Einfach Wasser aufs Gerät tropfen, wie hier im Bild, ist also der falsche Weg.

Passe auf, dass keine Feuchtigkeit in Öffnungen wie Lautsprecher, Buchsen usw. gelangt. Auf dem ausgeschalteten Bildschirm kann man den gröbsten Schmutz generell gut erkennen. Manche bewegen das Tuch gern in Kreisen, manche lieber rauf und runter – Hauptsache, du wischst das ganze Display ab und hinterlasse keine Streifen. Danach solltest du das Tuch ausspülen und trocknen lassen, damit du nicht das nächste Mal gleich wieder den alten Dreck auf dem Bildschirm verteilst. Die glatte Oberfläche des Backcovers kannst du auf dieselbe Art und Weise zum Glänzen bringen.

5. Buchsen und andere Öffnungen

Die Ladebuchse, Kopfhörerausgang und Co. lassen sich nicht so einfach sauberwischen. Doch gerade diese Öffnungen sind beliebte Ablagerungsorte für Schmutz, Fussel usw. Das ist nicht nur unhygienisch – Die Schmutzpartikel blockieren die Öffnungen, sodass Ton oder die Verbindungen beeinträchtigt werden können. Um dies zu Säubern, brauchst du einen spitzen Gegenstand, der aber die empfindlichen Teile nicht beschädigen wird. Wir benutzen gern einen Zahnarzthaken. Falls du keinen Zahnarzt im Freundeskreis hast: Ein schräg abgeschnittenes Wattestäbchen oder ein Zahnstocher geht auch. In diesem Video zeigen wir dir am Beispiel des Lightning-Connectors, wie du mit deinem Werkzeug den Dreck aus einer Buchse rausschiebst. Das Gleiche gilt z.B. für die kleinen Spalten um die Buttons herum. Für das Mikrofon und den Lautsprecher hilft ein nicht haarender Pinsel oder eine Zahnbürste, die Verschmutzung zu lockern. Danach kannst du sie sanft auspusten, entweder selber oder mit ein bisschen Druckluft.

6. Konsistenz ist gefragt

Mit dem Smartphone ist es wie mit der Wohnung: Wer zu lange mit dem Saubermachen wartet, hat seine liebe Mühe, sein Handy oder Zuhause blitzeblank zu kriegen. Reinige dein Handy deshalb regelmäßig und nicht nur zu Zeiten von vermehrten Bakterien und Viren. So geht es schneller von der Hand und wird zur „reinen“ Routine. Vor allem, nachdem Dritte dein Smartphone benutzt haben oder du in einer Umgebung von fragwürdiger Sauberkeit (Müllhalde, Berliner U-Bahn) wart, ist eine Reinigung sinnvoll. Danach wirkt dein Handy auch so gut wie neu, ohne dass du nochmal Hunderte Euro ausgeben musst.

Du löst auch andere Probleme mit deinem Smartphone gerne selbst? Du findest viele hilfreiche Anweisungen, Tipps und Tricks in unseren Reparatur-Anleitungen oder auf unserem YouTube-Kanal. Im Store findest du nötige Werkzeuge und Ersatzteile.