Welche Werkzeuge brauchst du für die Smartphone-Reparatur?

Neben einer sauberen Arbeitsplatte und Licht brauchst du für die meisten Reparaturen an Smartphones nur eine Handvoll Werkzeuge. Du musst weder Löten, Programmieren noch deinen Mobilfunkanbieter wechseln. Nur etwas Hebeln, Schrauben und Kratzen.
Die gängigen Werkzeuge sind in unseren Reparatursets enthalten. Hier geben wir eine kurze Einführung, damit du sofort loslegen kannst!

Spudger

Dieses antistatische Hebelwerkzeug verwenden wir vor allem für folgendes:

  • Stecker trennen
  • Verklebte Teile wie Akkus (vorsichtig!) raushebeln
  • Wärmeleitpaste abschaben
  • Teile festdrücken
  • Kabel lösen

Überall wo Werkzeug aus Metall Kratzer oder Kurzschlüsse verursachen könnte, kommt der Spudger zum Einsatz, also vor allem wenn wir direkt auf Platinen arbeiten.
Gute Spudger sind extra mit Nylon beschichtet, das Kratzerrisiko weiter zu verringern. Es gibt Spudger in verschiedenen Ausführungen, z.B. Akku-Spudger oder extralange ESD-Spudger (mit Spitze und Flachkante).

Stahlspatel

Auch bekannt als Metallspudger oder Laborspatel. Wo der Spudger zu schwach oder nicht fein genug ist und das Beschädigungsrisiko geringer ist, verwenden wir den Stahlspatel:

  • Verklebte Teile wie Flexkabel, Klebestreifen vom Rahmen abziehen (nicht auf Platinen!)
  • Kameras, Sensoren oder Hörmuscheln heraushebeln
  • Klebereste vom Rahmen abkratzen

Der Stahlspatel ist feiner und bruchsicherer und bietet mehr Federung als ein Plastikspudger. Dafür ist er nicht antistatisch.

Ein Metall Spatel empfiehlt sich zum Lösen von verklebten Teilen

Plektrum

Nicht nur für Gitarren – diese Plastik-Picks helfen dir, dein Smartphone zu öffnen. Durch seine Form ist das Plektrum nahezu bruchsicher und gleitet leichter als ein Spudger.
Die Displays der meisten Modelle sind verklebt, um Wasserschäden zu verhindern. Daher musst du sie meist erst mit Heißluft erhitzen und dann vorsichtig mit einem Plektrum aufhebeln. Achte immer darauf, das Plektrum nicht zu tief ins Handy zu schieben, damit du keine Kabel abreißt. Erhitze das Smartphone lieber mehrmals, bis der Kleber sich leicht löst, anstatt zu stark zu hebeln.

Um ein iPhone zu öffnen benötigst du einen Saugnapf und ein Plektrum.

 

iFlex & iPlastix

Hier gibt es verschiedene Varianten, z.B. das sehr breite und dünne iFlex oder die Plastikversion, das iPlastix. Diese Tools sind etwa so dünn wie eine Spielkarte und passen in sehr schmale Zwischenräume zwischen Display und Rahmen. Besonders bei Modellen, bei denen das Display ohne Rahmen angebracht ist, wie z.B. dem Google Pixel, kann man nicht hebeln. Daher musst du mit einem dünnen Tools um das gesamte Gerät fahren, um den Kleber zu lösen.

Mit dem iFlex kannst du Displays lösen, ohne zu stark zu hebeln.

Saugnapf

Um dein Handy zu öffnen, musst du meist die Rückschale oder das Display mit einem Saugnapf abheben. Ein guter Saugnapf sollte besonders greifstark sein und einen Zugring haben.
Für häufige Arbeit mit Apple-Geräten lohnt sich auch die Saugnapfzange iSclack. Damit kannst du mit etwas Geschick viele iPhone-Modelle und alle iPads öffnen, ohne ein Plektrum zu benutzen. Im Lieferumfang sind spezielle Klebefolien für gebrochene Displays enthalten.
Tipp: Wenn dein Saugnapf nicht richtig greift, weil das Display gesprungen ist, klebe vorher einen Streifen Paketband auf das Glas.

Pinzette

Immer den richtigen Zugriff. Für elektronische Arbeiten muss eine Pinzette flachköpfig, antistatisch und antimagnetisch sein, d.h. sie zieht nur die gewünschte Schraube und keine anderen Teile an.

Pinzetten gibt es mit verschiedenen Spitzen. Für Smartphones ist eine gerade, dünne Spitze ausreichend, da du meist folgende Handgriffe tust:

  • Schwer erreichbare Kabel herausziehen
  • Stecker oder Schrauben festhalten
  • Klebestreifen abziehen

Magnetmatte

Kaum etwas ist frustrierender, als wenn dir beim Basteln eine Minischraube vom Tisch auf den Langflorteppich kullert!
Eine Magnetmatte bewahrt deine ausgebauten Teile bei der Reparatur sicher auf. Die nummerierten Kästchen lassen dich alle Schritte der Reihe nach rückwärts durchführen. Am besten notierst du dir mit einem abwischbaren Stift, welche Schrauben wo reingehören. So kommst du beim Einbau nicht durcheinander.

(Um ganz sicher zu gehen, halte dein geöffnetes Smartphone fern von Teppichen!)
Tipp: Sollte dir doch mal eine Schraube entgleiten, kannst du mit der Magnetmatte über den Boden fegen, um sie aufzulesen. Oder du ziehst einen Nylonstrumpf über eine Staubsaugerdüse und saugst mal ordentlich durch.

Mit der iDoc Magnetmatte gehen dir während der Reparatur keien Schrauben und Kleinteile verloren!

Schraubendreher

Zwar gibt zahllose  Schraubkopfprofile, für die meisten Smartphones brauchst du aber eigentlich nur zwei: Pentalob und Phillips (Kreuzschlitz). Ab dem iPhone 7 brauchst du noch Y-Type (Y000). Hierfür haben wir exklusiv einen Spezialantrieb entwickelt.
Außerdem führen wir zur sicheren Entfernung von Standoff-Schrauben (Innengewindeschrauben an Platinen) einen speziellen Phillips-Schraubendreher mit Zentrierstift.
Du solltest darauf achten, dass die Spitze genau passt, der Schraubendreher einen Drehgriff hat und hochwertig verarbeitet ist. Besonders hier gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Tipp: Für häufige Anwendung lohnt sich auch ein MicroBit-Set mit umfangreicherem Zubehör. Wenn mehr darüber erfahren willst, was einen guten Schraubendreher ausmacht, schau dir dieses Video an.

Heißluft

Die meisten verklebten Teile solltest du vor dem Hebeln erhitzen. Das gilt vor allem für das Display und für Bauteile im Gehäuse wie Kameras usw.
Wir verwenden eine handelsübliche Heißluftpistole, aber ein Haarfön tut es auch. Du musst nur darauf achten, dein Handy stufenweise und nicht zu stark auf ca. 60-70°C zu erhitzen.

Mit dem Werkzeugset iDoc hast du für jede Reparatur das passende Werkzeug parat.