Probleme mit dem Akku bei Kälte beheben

Winter in Berlin, -5 Grad. Ein sonniger Tag, Spaziergang irgendwo im Grunewald. So langsam werden deine Füße kalt, und du willst nach Hause. Den Weg zurück zur S-Bahn zeigt dir Google Maps auf deinem Smartphone. Das wäre auch kein Problem, aber da sind ja diese -5 Grad. Im Augenblick, in dem du die App öffnest, stürzt dein Smartphone ab, obwohl dir noch über 30% Batterieladung angezeigt werden.

So oder so ähnlich ging es sicher vielen schon einmal. Und wenn diese Situation eintritt, ist sie wirklich äußerst nervig.

In diesem Artikel erklären wir dir, wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert, warum es häufig zu diesem Fehler kommt und was du dagegen tun kannst.

Die leistungsraubende Kälte

Moderne Lithium-Ionen-Akkus mögen keine Kälte. Die ideale „Betriebstemperatur“ liegt zwischen 0 und 35°C. Dass sich Smartphones ausschalten, obwohl der Akku noch mehr als 30% Kapazität hat, hat einen Grund. Durch das Ausschalten des Smartphones schützt sich der Akku nämlich vor Beschädigungen.

Bei Kälte verlangsamen sich die Prozesse in einem Akku. Nimmt man nun das Smartphone bei Kälte aus der Tasche und setzt es einer stärkeren Belastung aus, so kann es zum Spannungsabriss führen. Je stärker die Belastung ist, wie beispielsweise beim Schauen von Videos und beim Spielen, desto schneller kann dieser Effekt auftreten. Bevor also der Akku tiefentladen wird, schaltet die Elektronik zur Sicherheit das Gerät ab.

Je älter bzw. verbrauchter ein Akku ist, desto schneller kann dieser Effekt auftreten, da bei einem älteren Akku bereits weniger Kapazität zur Verfügung steht.

Um diesen Effekt zu umgehen, empfiehlt es sich, das Smartphone nahe am Körper zu tragen, damit es nicht zu stark auskühlt. In der Hosentasche oder in der Brusttasche unter einer Winterjacke ist das Smartphone also besser aufgehoben, als in einem Rucksack oder in einer Handtasche. Das wichtigste ist aber ein möglichst voller Akku. Denn je voller der Akku, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er sich abschaltet. Für Leute, die im Winter länger an der frischen Luft sind, lohnt es sich daher, einen Zusatzakku mitzunehmen.

Außerdem sollte man starke Temperaturunterschiede vermeiden bzw. nicht auf die Idee kommen, ein Smartphone, welches sich bei Kälte abgeschaltet hat, anschließend auf die warme Heizung zu legen oder es gar mit dem Fön zu erwärmen. Hierbei kann sich Kondenswasser im Inneren des Smartphones bilden. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Feuchtigkeitsschaden.

Tipps zur Akku-Nutzung

Was sollte man also bei der Nutzung eines Lithium-Ionen/Polymer-Akkus berücksichtigen? Viele Gerüchte und Mythen stammen noch aus der Zeit der früheren Nickel-Cadmium-Akkus. Bis heute hält sich hartnäckig der Mythos des sogenannten Memory-Effektes. Dieser besagt, dass die Akku-Kapazität aufgrund häufiger Teilladungen merklich abnimmt.
Heute weiß man jedoch, dass Teilladungen dem Akku nicht schaden, ihre Kapazität aber nach vielen vollständigen Ladezyklen sinkt.
Die optimale Ladung befindet sich in einem Bereich zwischen 30% und 70%. Dafür ist es empfehlenswert, den Akku bis auf 80% seiner Kapazität zu laden. Der Grund dafür ist folgender: bis 80% wird der Akku schnell und mit steigender Spannung aufgeladen. Hat der Akku eine Ladung von 80% erreicht, so setzt die Erhaltungsladung ein. Diese lädt den Akku bei gleichbleibender Spannung, langsam bis auf 100%. Dies belastet den Akku deutlich mehr als das schnelle Aufladen. Ist der Akku demnach auf über 80% geladen, sollte man seinen Ladevorgang beenden. Einmal im Monat sollte der Akku jedoch vollständig entladen und im Anschluss aufgeladen werden. Die Ursache dafür ist die Akku-Kalibrierung. Zwar weiß man, dass der besagte Memory-Effekt bei modernen Akkus kaum eine Rolle spielt. Jedoch erhält der Akku durch permanente partielle Ladungen und Entladungen keine verlässlichen Daten zur Kalibrierung. Daher sollte einmal im Monat ein kompletter Ladezyklus am Stück durchgeführt werden.

Hier erfährst du, wie du die Akku-Leistung mithilfe einer Software verbessern kannst:

Der Ladezyklus des Akkus

Oft liest man, dass sobald man das Smartphone auch nur für einen kurzen Moment an das Ladegerät anschließt, ein Ladezyklus verbraucht wird. Diese Aussage ist falsch.

Ein Ladezyklus ist verbraucht, wenn die Menge von 100% der Akkukapazität verbraucht wurde. Diese 100% müssen aber nicht vom gleichen Ladevorgang stammen. Das bedeutet, dass man beispielsweise an einem Tag 75% der Kapazität verbrauchen und dann das Smartphone über Nacht vollständig aufladen kann. Erst nach dem Verbrauch von weiteren 25% am nächsten Tag wurde ein Ladezyklus erreicht.

Demnach kann man sein Smartphone mit guten Gewissen auch einfach mal nur kurz laden.

So vermeidest du das selbständige Ausschalten des Akkus

Ein Akku ist ein Gebrauchsgegenstand, denn ein Akku nutzt sich mit der Zeit und durch die tägliche Belastung allmählich ab. So nimmt die maximal erreichbare Kapazität des Akkus mit der Zeit ab. Besitzer eines iPhones können das kostenfreie Programm coconutBattery für Mac OS X nutzen, um den approximativen aktuellen Zustand des Akkus auszulesen.

Das Programm liest sowohl die maximal erreichbare Kapazität, als auch die bisher verbrauchten Ladezyklen des Akkus aus. In vielen Tests haben wir jedoch feststellen müssen, dass die von coconutBattery ausgelesenen Informationen nicht immer aussagekräftig sind. Wir haben vermeintlich schlechte Akkus mit Testgeräten von Cadex (Weltmarktführer bei Lithium-Ionen-Akku-Testgeräten) geprüft und haben dort oft ein anderes Ergebnis erhalten. Jedoch bietet der Test mit coconutBattery einen ersten Orientierungswert.

Ist der Akku deines Smartphones mehr als zwei Jahre alt und hat bereits mehr als 600 Ladezyklen auf seinem Konto, solltest du über einen Austausch des Akkus nachdenken. Für den eigenhändigen Austausch haben wir hier die passenden Anleitungen bereitgestellt. Einen passenden neuen Akku für dein Smartphone bekommst du in unserem Online-Store. Um unterwegs für den Notfall gewappnet zu sein, kannst du auch die praktische Hilfe einer zusätzlichen Powerbank in Erwägung ziehen.